Backstage: UMBAU MIT GERÜCHTEN

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Backstage: UMBAU MIT GERÜCHTEN

Als ich das Telefon abnehme, bin ich überrascht: Am anderen Ende meldet sich Angelika Hinzer mit dem Satz, «wir bauen um, wir brauchen Deine Unterstützung».

«Wenn nicht jetzt, wann dann?», sagt sich das Gastgeberpaar Angelika und Daniel Hinzer: «Eine Veränderung würde uns guttun». Aus dem traditionellen Landgasthof soll ein gemütliches, städtisch angehauchtes Restaurant werden. Verantwortlicher Architekt ist Daniels Bruder Roland Hinzer.

Seit 1848 befindet sich das Restaurant zur Post in Familienbesitz. Der Betrieb ist nicht nur etabliert, sondern bei den vielen Stammgästen äusserst beliebt. Allerdings kommt er langsam in die Jahre: Die letzte Innensanierung fand vor rund 50 Jahren statt.

Das ziemlich umfangreiche Projekt gibt bereits im Vorfeld zu reden: im Dorf und in der weiteren Umgebung bis nach Solothurn. Ein Ziel der Kommunikationsmassnahmen wird sein, die Gerüchteküche einzudämmen oder zumindest zu kanalisieren. Ausserdem sollen sich die Werte des Betriebes, «Tradition – Genuss – Gemütlichkeit», widerspiegeln. Nach wie vor setzt das Betriebskonzept auf «Gemütlichkeit und Wohlbehagen». Die vertiefte Analyse ergibt, dass textlich wie gestalterisch rhythmisiert werden soll. Es soll wenige Brüche geben. Die Inhalte sollen klar schweizerisch daherkommen, jedoch ohne starke Helvetismen. Bild- und Textsprache sollen eher modern sein, die Texte jedoch deutlich abgegrenzt von der gesprochenen Sprache.

Grundkommunikationsmittel sind Postkarten im Format A5, der hauseigene Internetauftritt sowie E-Mail. Regelmässige Gästeinformationen steuern die Gerüchteküche, der gestalterische Ablauf der Karten und Mails wecken Neugier. Flankierend kommen Facebook-Posts und Medieninformationen dazu. Zum Re-Opening des Betriebes findet eine kleine Medienkonferenz mit Betriebsrundgang statt und für die Gäste gibt es ein Fest.

Der Aufwand lohnt sich: Die Gäste reagieren gut und anhaltend auf die Kommunikation. Mit Mails, ersten Reserverationen schon lange vor der Eröffnung und mit Kommentaren und Likes auf Facebook. Für den Eröffnungsanlass rechnen Hinzers mit etwa 200 bis 250 Gästen – es kommen über 400. Die Solothurner Zeitung berichtet mehrmals, ebenso das regionale Radio 32. Mehrere Medien kommen zum Pressegespräch und selbst nationale Fachblätter schreiben über die Neu-Eröffnung.
Und was hat’s nun wirklich gebraucht? Mehr dazu im Video:

Eine kleine Geschichte am Rande: Mutter Rosmarie Hinzer steht seit 1967 tagtäglich im Betrieb. Sie ist wenig begeistert von den Plänen der «Jungmannschaft», selbst wenn ihre beiden Söhne verantwortlich zeichnen. Und vom Kommunikations-Menschen ist sie erst mal schon gar nicht angetan. Verständlich, hält doch damit eine Welt Einzug, die im Pöstli bislang unbekannt war. Widerstand lässt sich kaum brechen. Die Lösung: Rosmarie Hinzer wird in jede Präsentation, in jeden Entscheid rund um Kommunikation einbezogen. Später wird sie sagen: «Du warst der einzige von all denen, der mich immer gegrüsst hat». Kleine Dinge sind manchmal wirksamer, als man meint.

Matthias Nold | Kommunikationskultur steht dem Restaurant zur Post in Kommunikationsfragen als Sparringpartner
zur Seite und übernimmt die Ausführung von Massnahmen.
Grafische Gestaltung der Massnahmen: Raphael Baumann
Druckpartner: Druckerei Herzog AG, Langendorf

Facts & Figures zum Kunden

Angelika und Daniel Hinzer führen das Restaurant zur Post, Riedholz, in der 6. Generation. Der Betrieb ist seit 1848 ein Restaurant und war zudem von 1849 bis 1947 Poststation. Das «Pöstli» ist nicht nur im Dorf gut verankert, sondern auch überregional bekannt, nicht zuletzt wegen der äusserst feinen Wildgerichte von Daniel Hinzer. Die Küche ist durchwegs frisch. Übrigens, die 5. Generation Rosmarie und Herbert Hinzer-Binz steht nach wie vor täglich im Betrieb und hilft mit. Ob die 7. Generation übernehmen wird, ist noch unklar.

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